Das leben vergeht zu schnell
Omi oder Opi muss ins Heim,
der Enkel bleibt mit sich allein.
Die Eltern eilen fort zur Pflicht,
sie sehen die Tränen im Auge nicht.
Ihre Freizeit wird penibel bewacht,
während das Kind im Dunkeln wacht.
Man sperrt die Alten hinter Türen ein,
denn Pflegestufen bringen Schein.
Der Profit regiert, der Mensch zählt kaum,
zerbrochen ist der Familientraum.
„Sehen sollst du niemanden mehr“ –
das Herz wird kalt, die Wohnung leer.
Wo früher Hand in Hand geschah,
ist heute niemand für uns da.
Das alte Wissen wird verbannt,
geht verloren im digitalen Land.
Die Jungen spüren keine Lust,
im Herzen weicht der Mut dem Frust.
Weil keiner mehr die Brücke baut,
die Jugend keinem mehr vertraut.
Die Stadt ist grau, die Straßen dicht,
kein freier Blick bricht durch das Licht.
Der Beton schluckt den letzten Baum,
für die Natur bleibt kein Platz, kein Raum.
Versiegelt ist die ganze Welt,
weil nur noch Stein und Geld regiert.
Wer nicht mehr nach draußen schaut,
vergisst, was die Natur gebaut.
Am Herd zu stehen, bringt nur Müh‘,
frisch zu kochen lernt man nie.
Das einzelne Produkt zu schwer,
kein Wissen und kein Handgriff mehr.
Aus der Packung, leicht und gut,
frisst man Chemie mit falschem Mut.
Nur schnell heruntergeschluckt im Lauf –
so geht das echte Leben drauf.
Die Pharma reißt wie noch nie,
verkauft uns falsche Energie.
Ein Pulver hier, eine Pille da,
keine echte Gesundheit mehr da.
Man heilt nicht mehr, man hält nur wach,
macht uns vom fernen Konzerne schwach.
Der Körper verlernt, was ihn mal trug,
gefangen im großen, teuren Betrug.
Von allen Seiten blinkt es laut,
die Werbung uns die Sinne raubt.
Sie drückt uns nieder, Tag und Nacht,
hat jede Schicht im Griff, bewacht.
Sie macht uns alle schier verrückt,
weil Reiz auf Reiz die Seele drückt.
Egal ob Alt, ob Jung, ob Kind –
wir kaufen uns die Augen blind.
Die Technik wechselt pfeilschnell heut‘,
während der Geist nach Stille schreit.
Neue Apps wie Sand am Meer,
kein Mensch kommt mit den Updates her.
Die Schnelligkeit rast blind voran,
so dass man gar nicht denken kann.
In Ruhe mal ein Wort verstehen –
wird im Sekundentakt verwehn.
Die Pflichten drücken, Tag für Tag,
weil Schicht um Schicht uns Knechten mag.
Die Digitalisierung brennt,
kein Mensch mehr echte Freizeit kennt.
Mal ruhen, etwas Schönes tun –
in weiter Ferne muss das ruhn.
Die Zeit vergeht so schnell im Wind:
Schon groß geworden ist das Kind.
Die Bildung tat dem Kind nicht gut,
das schon beim nächsten Partner ruht.
Viel zu früh wird neues Leben geboren,
die Zeit zum Reden ging verloren.
Wer nie Aufklärung und Halt erfährt,
dem bleibt das echte Wissen verwehrt.
So zeugt die Jugend blind den Schmerz,
und weiter bricht das Menschenherz.
In all den vielen, langen Jahren
tat man vor der Glotze nur verharren.
Das bunte Bild stiehlt Lebenszeit,
ersetzt Gefühl und Menschlichkeit.
Man glotzt sich stumpf, man schaut nur zu,
das matte Hirn gibt endlich Ruh‘.
Das Leben zieht vorbei, ganz leis‘,
und niemand bricht den Teufelskreis.